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Rechtsberatung Polen


Renate Gorka

deutsche und polnische Rechtsanwältin aus Berlin

Rechtsanwältin & Radca Prawny


Allgemein beeidigte Übersetzerin und

Dolmetscherin der polnischen Sprache

Tel.: 030 - 89 09 50 83

Mobil: 0176 - 27 53 60 50

Mail:renate.gorka@arcor.de

SteuerNr.: 2431361920


Mitgliedschaft: Rechtsanwaltskammer Berlin

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Geschrieben von: Administrator   
Samstag, 28. März 2009 um 14:45 Uhr

Die nachfolgenden Ausführungen stellen einen Überblick zum Thema: Rechtsanwalt in Polen  dar. Trotz sorgfältiger Bearbeitung wird von der Autorin keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der nachfolgenden Informationen übernommen.



Die Ausbildung der polnischen und deutschen Juristen unterscheidet sich voneinander. Zur Person. Das Jurastudium dauert in Polen etwa 5 Jahren c.a. 10 Semester und wird mit einer Magisterarbeit abgeschlossen. Ein Absolvent der juristischen Fakultät erhält den Magistertitel. Er wird dann im späteren Berufsleben wie jeder Uni-Absolvent anders als in Deutschland nicht mit dem Namen sondern mit dem Magistertitel angesprochen also nicht „Herr A“ sondern „Herr Magister“( Panie magistrze). Die polnische Abkürzug für den Magistertitel: „mgr“ steht dann auf dem Stempel vor dem Namen der Uni-Absolventen. Die Magisterarbeit des polnischen Jurastudenten kann man mit dem deutschen 1. Staatsexamen vergleichen. Der polnische Jurastudent schreibt nicht nur seine Magisterarbeit aus dem Rechtsbereich seiner Wahlfachgruppe, sondern er wird auch zum Schluss seiner juristischen Ausbildung, genauso wie die deutschen Jurastudenten  mündlich in anderen Rechtsgebieten geprüft.

Nach erfolgreichem Abschluss der juristischen Ausbildung an der Universität stellt der Juraabsolvent die Weichen für seine spätere Berufslaufbahn. Er kann sich anders als in Deutschland zwischen 5 verschiedenen Referendariaten entscheiden und zwar:

1) Referendariat ausgerichtet auf die spätere Tätigkeit als Richter ( „Sędzia“ )
2) Referendariat ausgerichtet auf die spätere Tätigkeit als Staatsanwalt („Prokurator“)
3) Referendariat ausgerichtet auf die spätere Tätigkeit als Notar ( „ Notariusz“)
4) Referendariat ausgerichtet auf die spätere Tätigkeit als Rechtsanwalt („Adwokat“)
5) Referendariat ausgerichtet auf die spätere Tätigkeit als Wirtschaftsanwalt („Radca Prawny“)

Jede Art von den oben genanten Referendariaten ist spezialisiert. Der Referendar wird während seiner Ausbildung speziell auf seinen künftigen Beruf als Richter, Staatsanwalt, Notar, Rechtsanwalt oder Wirtschaftsanwalt vorbereitet. Sowohl die theoretische als auch die praktische Ausbildung wird den Anforderungen der ausgewählten Art des Referendariates angepasst. Das juristische Referendariat dauert in Polen zwischen 2,5 bis 3,5 Jahren. Die längste Ausbildung haben Rechtsanwälte („Adwokat“) und Wirtschaftsanwälte („Radca Prawny“). Das Referendariat für diese Berufe dauert 3,5 Jahre.

Jeder Referendariat wird abgeschlossen mit einer mündlichen und schriftlichen Abschlussprüfung, vergleichbar mit dem deutschen 2. juristischen Staatsexamen, die den Absolvent zur Ausübung seines künftigen Berufes als Richter, Staatsanwalt, Notar, Rechtsanwalt oder Wirtschaftsanwalt befähigt.

Zwischen dem Rechtsanwalt ( „Adwokat“ ) und dem Wirtschaftsanwalt ( „Radca Prawny“ ) gibt es Unterschiede. Wenn man das Wort: „Radca Prawny“ wortwörtlich ins Deutsche übersetzt dann heißt es: „Rechtsberater/Rechtsbeistand“. Den polnischen „Radca Prawny“ kann man aber Sinngemäß nicht mit dem deutschen Rechtsberater/Rechtsbeistand vergleichen. Ein Rechtsberater/Rechtsbeistand in Deutschland muss nicht unbedingt das 2. juristische Staatsexamen bestehen um sich Rechtsberater/Rechtsbeistand zu nennen. Ein „Radca Prawny“ in Polen muss aber den juristischen Vorbereitungsdienst absolvieren und das 2. juristische Staatsexamen bestehen um die Befähigung zur Ausübung seines Berufes zu erlangen. Der Schwerpunkt in der Ausbildung eines „Radca Prawny“ liegt im Wirtschaftsrecht. Aus diesem Grunde werden die meisten „Radca Prawny“ als Justiziare in der Wirtschaft eingestellt. Im Unterschied zum „Adwokat“ der auf allen Rechtsgebieten anwaltlich tätig sein darf ist dem „Radca Prawny“ kraft Gesetzes verwährt auf dem Gebiet des Strafrechts und bis vor kurzem noch Familienrecht anwaltlich tätig zu sein. Die polnischen Adwokat und die polnischen Radca Prawny sind in verschiedenen Rechtsanwaltskammern organisiert. Im Berufsleben wird ein Rechtsanwalt in Polen anders als in Deutschland nicht mit dem Namen sondern mit der Berufsbezeichnung angesprochen d.h. nicht „Herr A“ sondern „Herr Rechtsanwalt“ ( Panie Mecenasie ). Das gleiche gilt wenn man ein Richter, Staatsanwalt oder Notar in Polen ansprechen will. Sie werden auch nicht mit dem Namen sondern mit der Berufsbezeichnung angesprochen also nicht „Herr A“ sondern „Herr Richter“ ( Panie Sędzio), nicht „Herr A“ sondern „Herr Staatsanwalt“ ( Panie Prokuratorze), nicht „Herr A“ sondern „Herr Notar“ ( Panie Rejencie ).

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 28. Februar 2010 um 15:08 Uhr